Die Volkskammer in der Wendezeit

In der gemeinhin als „Wendezeit“ benannten Endphase der DDR wurde die Rolle der Volkskammer in immenser Form aufgewertet.

Am 01. Dezember 1989 kam es im Art. 1, Absatz 1 der Verfassung zur Streichung der marxistisch-leninistischen Gedanken. Ab dato waren also demokratische Wahlen mit „unmittelbarem“ Charakter nicht nur legitim, sondern auch legal.

Am 20. Februar 1990 trat dann ein neues Wahlgesetz in Kraft. Die Abgeordnetenanzahl wurde von 500 auf 400 reduziert. Alle fünf der heute geltenden Wahlrechtsgrundsätze „frei, allgemein, gleich, geheim und unmittelbar“ wurden nunmehr umgesetzt.

Auf den 18. März 1990 wurde ein neuer Wahltermin gesetzt. Die so genannte „Allianz für Deutschland“ ging als klarer Sieger dabei hervor. Die Wahlbeteiligung lag bei 94 Prozent.

Auch wurden die Volkskammersitzungen nun vollständig im Fernsehen übertragen.

Zur umstrittenen Stasidebatte und die Person Erich Mielke berichtet unter anderem auch der Podcast zu diesem Thema.