Umweltaktivisten als Opposition

Zum Kompensieren des mäßigen Wirtschaftswachstums, unter anderem verursacht durch die sowjetischen Demontagen während der Besatzungszeit, ging man in der DDR den Weg einer verstärkten Industrialisierung. Um die damit verbundene Energieversorgung zu sichern und insgesamt Moderne in die ostdeutsche Technik einzuführen, war außerdem der Bau eines Atomkraftwerks bei Stendal in der Altmark geplant. 

Als Reaktion auf die einhergehende Umweltverschmutzung, die über die Jahre enorme Ausmaße annahm, bildeten sich Gruppierungen, die den Umweltschutz im Blick hatten und sich für diesen einsetzten. 

Inwiefern hatten diese Zusammenschlüsse eine Möglichkeit, bei Umweltauflagen und der zugehörigen Politik mitzuwirken?

Grundsätzlich wurde jegliche öffentliche Kritik diesbezüglich als Angriff auf den Staat gewertet, welches außerdem die Zurechnungsfähigkeit der Partei in Frage stellte. Angesichts dieses Umstandes war es nicht selten, dass auch Umweltaktivisten bei Demonstrationen verhaftet und belangt wurden. 

Auch die Verwendung und Auswertung offizieller Daten zu diesem Bereich war nicht gestattet. 

Die SED kam nicht ganz umhin, auf die Forderungen der Bürger einzugehen. So wurden einige Umweltauflagen für Fabriken zwar offiziell verschärft, aber in der Realität zeigte sich, dass deren Durchsetzung kaum verfolgt wurde. Verstöße wurden fast nie geahndet.