Oppositionelle Jugend

Junge Menschen sind die Zukunft für jede Gesellschaft. Kann eine Staatsleitung diese Gruppe dauerhaft nicht erreichen und von ihren Vorstellungen überzeugen, wird es sehr schwer, auch an der Macht zu bleiben. Denn seiner Unzufriedenheit verleiht man auch ohne lange Lebenserfahrung Ausdruck, und so gab es in der DDR zahlreiche Aktionen, bei denen Jugendliche auf die Straßen gingen und für ihre Ideale einstanden. Viele von ihnen waren zur Regierungszeit der SED nicht einverstanden mit dem starken Eingriff in den Alltag der Bevölkerung und in die Zukunftsgestaltung von Jungen und Mädchen wie der Vorgabe von Berufswahl oder Lenkung der Freizeitaktivitäten.

 

Zunächst war jedoch eine Form des passiven Widerstandes in der Jugendopposition üblich: die Verweigerung von Aktivitäten der Freien Deutschen Jugend. Dazu zählte das Nicht-Tragen der Uniform der FDJ sowie die Teilnahmeverweigerung an Treffen. Dabei nahmen die Jugendlichen Konsequenzen wie den Ausschluss aus Gemeinschaften bis hin zu einer Schadung von Ruf und Karriere in Kauf, da die FDJ durch Beurteilungen der Mitglieder großen Einfluss hatte. Es bestand ein gesellschaftlicher Druck, dieser Organisation beizuwohnen. Wer davon unabhängig bleiben wollte, eine Entfaltungsfreiheit also ausüben wollte, wurde oftmals benachteiligt in der Gemeinschaft der DDR und auch vom Staat besonders überwacht, denn man wollte außerreguläres Verhalten vermeiden, um die Ordnung im (angestrebten) Sozialismus nicht zu gefährden. 

Jugendlichen, die den Beitritt in die FDJ gänzlich verweigerten, drohte unter anderem eine Einweisung in Jugendwerkhöfe.

 

Auch die sozialistische Wehrerziehung der DDR war ein kontroverses Thema für viele junge Menschen. Seit 1962 gab es wieder eine Wehrpflicht im ostdeutschen Staat und im Jahr 1978 kam das Unterrichtsfach "Wehrerziehung" hinzu. Die Teilnahme war verbindlich für alle SchülerInnen der 9. und 10. Klasse. 

Diese militärische Orientierung ging vielen zuwider, sodass sich eine oppositonelle Friedensbewegung innerhalb  der jugendlichen Kreise konstituierte. Vorrangig aktiv waren dabei junge Christen, die durch die Kirche unterstützt wurden.  

Hier ein weiterführender Link zu vielen Fallbeispielen, dargestellt in einer Plakatausstellung der Robert Havemann Gesellschaft e.V.