Volkswirtschaftliche Masseninitiative

Trotz schwierigster Bedingungen gab es in der DDR Bürgerinitiativen. Diese hatten jedoch nur wenig mit dem zu tun, was wir heute mit dem Begriff Bürgerinitiative verbinden. Eine Form des Protests kam gar nicht erst zustande, da die DDR über eine staatlich gelenkte Bürgerinitiative verfügte. Sie wurde als Volkswirtschaftliche Masseninitiative (VMI) bezeichnet und stellte eine Form freiwillig ausgeführter Arbeit dar. Die VMI war die Nachfolgeorganisation des Nationalen Aufbauwerks, welches sich im Wesentlichen mit Aufräumarbeiten und dem Beseitigen der Schäden des Zweiten Weltkriegs beschäftigte. In den 60er Jahren ging diese Organisation, welche als eine der ersten Bürgerinitiativen der DDR zu sehen ist, in die VMI über.  Diese unternahm Verschönerungsarbeiten, leitete aber auch größere Projekte, wie den Bau von Sportplätzen. Verschiedenste Bürgerinitiativen waren Teil der VMI, von denen wohl die bekannteste die Initiative "Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach Mit!" ist. Die Arbeit wurde unentgeltlich und in der Freizeit ausgeführt, meistens samstags, weshalb diese Arbeitseinsätze allgemein auch als Subbotnik bezeichnet wurden.