Subbotnik

Die Beteiligung an den staatlich gelenkten Bürgerinitiativen war selbstverständlich freiwillig, dennoch erfassten sie weite Teile der Gesellschaft. Das große Engagement der Bevölkerung ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Initiative lange Zeit die einzige Möglichkeit für die Bevölkerung darstellte, Ärgernisse eigens zu beseitigen, zum anderen stellten solche Werbeslogan wie "Mach-Mit!" einen gewissen Aufforderungscharakter dar und die Beteiligung wurde von der Regierung oftmals vorausgesetzt. Die Arbeitseinsätze fanden dann meistens samstags, am sogenannten Subbotnik statt. Die Subbotnikarbeit wurde oftmals schon unter der Woche in den Betrieben von den entsprechenden Betriebsleitern organisiert. Auch Schüler beteiligten sich, indem sie unter anderem den Schulhof reinigten. Wer sich nicht beteiligte wurde ausgegrenzt, ausspioniert oder diskriminiert, dennoch empfanden nicht alle diese Arbeit als Zwang. Einige engagierten sich auch aus Überzeugung vom sozialistischen System. Dass die Arbeit häufig auch tatsächlich freiwillig und harmonisch verlief und viele sich wirklich gern beteiligten, zeigt die Tatsache, dass sie die Arbeit meist gemeinsam ausklingen ließen und manchmal sogar gemeinsam Feiern veranstalteten.