Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach Mit!

Plakette, mit der besonders aktive Bürger anlässlich des 20-jährigem Jubiläum der DDR ausgezeichnet wurden.  Quelle: http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=14753
Plakette, mit der besonders aktive Bürger anlässlich des 20-jährigem Jubiläum der DDR ausgezeichnet wurden. Quelle: http://www.museum-digital.de/san/index.php?t=objekt&oges=14753

"Schöner unsere Städte und Gemeinden - Mach Mit!"

Das war der Name der wohl größten und bekanntesten Bürgerinitiative der DDR. Träger dieser in weiten Teilen der DDR durchgeführten Aktion war die Nationale Front. Bereits im Namen der Initiative standen ihre wesentlichsten Ziele geschrieben. Es ging um die Verschönerung des eigenen Wohnumfeldes bzw. der ganzen Gemeinde. Mit dieser staatlich gelenkten Initiative versuchte die Regierung in erster Linie die Bevölkerung zufrieden zu stellen, da sich aufgrund der Arbeiten sowohl die Lebensverhältnisse als auch die Lebensqualität der Bevölkerung stark verbesserten. Das Streichen von Fenstern, Pflegen von Grünanlagen oder das Beseitigen von Abfällen gehörten zu den Hauptaufgaben dieser Initiative. Da diese Aktion lange Zeit die einzige Möglichkeit für die Bürger darstellte, Ärgernisse eigens zu beheben, war die Beteiligung relativ hoch. Häufig wurde zudem an vielen Stellen der Dörfer oder Städte mittels Plakaten für diese Initiative geworben. Ein zusätzlicher Ehrgeiz wurde dadurch geweckt, dass die Initiative Teil des sozialistischen Wettbewerbs war und es jährlich zur Auszeichnung des schönsten Dorfes kam, zudem erhielten besonders aktive Bürger spezielle Plaketten. Die Beteiligung an der Mach-Mit-Initiative war freiwillig, wobei sie oftmals auch vorausgesetzt wurde und zudem ein gewisser Gruppenzwang bestand. Dass die Initiative keinesfalls ausschließlich von der Bevölkerung ausging, sondern wesentlicher Bestandteil der sozialistischen Wirtschaft war, wird insbesondere durch die Tatsache verdeutlicht, dass die Nationale Front parallel zum Volkswirtschaftsplan einen Plan erstellte, der die Ziele dieser Initiative festschrieb. Die Aktivisten waren für die Regierung daher eigentlich kostenlose Arbeitskräfte. Andererseits wurde jeder, der sich an dieser Initiative beteiligte, als Befürworter des sozialistischen Systems aufgefasst.