Die Veränderung des Parteiensystems in Gommern

Mit der Wende gingen vor allem politische Veränderungen einher. Ein ganzer Staat wurde aufgelöst und mit einem anderen zur Einheit gebracht. Konkret für die Wende bedeutete das: zwei Staaten mit völlig gegensätzlichen Systemen mussten sich verständigen. Die Bundesrepublik war dabei ein Staat, der viele Parteien bei der Legislativen zu berücksichtigen hatte, was de facto in der DDR nicht der Fall war.

 

Ein wichtiger Punkt, um die Wende voran zu treiben, war also das Parteiensystem zu vereinheitlichen oder zumindest kompatibel zu machen.

 

Über die Veränderungen 1989/90 in diesem Bereich liefert uns das unten anzuschauende Interview mit Klaus Bock Aufschluss:

 

  1. Die SED wurde in PDS umbenannt. Heute heißt sie „Die Linke“
  2. Die CDU wurde von einer Blockpartei zu einer "richtigen Partei" im heutigen Sinne.
  3. Die LDPD ging in der heutigen FDP auf.
  4. Die SPD gründete sich weitestgehend neu. In Gommern war die SPD neben der CDU eine der wichtigsten Parteien ab 1990. Sie prägte den Stadtrat und damit auch die Stadt Gommern maßgeblich. Die SPD in Gommern wurde am 01. Februar 1990 in der PGH gegründet und ging vor allem aus Gewerkschaften hervor. Die meisten damaligen SPD-Mitglieder waren vor der friedlichen Revolution an keine Partei gebunden, sodass sie als vertrauenswürdig und durch die Stasi-un-beeinflusst galten. Der Ortsverein Gommern war schon bei den ersten Wahlen und den konstituierenden Sitzungen am 6. Mai überaus erfolgreich und hatte eine Mehrheit im Stadtrat.