Kriminalität in der Region

Die Kriminalstatistik der DDR verzeichnete über viele Jahre eine für internationale Verhältnisse geringe Kriminalitätsrate. Auch bei der Befragung von Zeitzeugen stellt sich heraus, dass diese wenig gewaltsame Verbrechen mitbekommen hatten. Dies lag vor allem daran, dass die SED und die DDR-Regierung durch eine zentralistische Verwaltungsstruktur und durch eine hohe Polizeipräsenz ein enges Netz an gesellschaftlichen Sicherheitssystemen schaffte. Über die Jahre hinweg bemerkte man einen Rückgang an Kriminalität, selbst wenn statistische Angaben über die Vergehen wie meist üblich verfälscht worden waren. Die DDR hatte durchschnittlich 750 Straftaten pro 100000 Einwohner. Andere europäische Staaten wie Großbritannien und die BRD hatten laut Statistiken mit fast 10-mal so vielen Straftaten zu rechnen.

 

Aus einem Bericht der Staatssicherheit über die „Feindtätigkeit und bedeutende Vorkommnisse und Erscheinungen“ in der Region Magdeburg aus dem Januar 1989 kann man folgendes entnehmen [1]:

 

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14 Delikte des Rowdytums in Magdeburg (6 mit Haft)

7 Widerstandshandlungen in Magdeburg (4 mit Haft)

2 negative Äußerungen gegenüber VP-Angehörigen in Burg

2 Waffendelikte  (1 mit Haft)

2 Tötungsdelikte

3 Körperverletzungen in Magdeburg

2 Sexualdelikten im schweren Fall

Im Vergleich ist diese Anzahl an Verbrechen und der Einwohnerzahl sehr hoch. Das vermehrte Nichtwissen über die Kriminalität unter den Bürgern entstand vor allem durch die fehlende Berichterstattung in den Medien. Dies kann Beweis genug dafür sein, dass die Kriminalitätsrate der DRR verschönert wurde, um die Stärke des Sozialismus zu suggerieren.

[1] BStU, ASt. Magdeburg, ASZI 264/104

 

 

Auch in der Region Gommern kam es immer wieder zu Straftaten durch die Zivilbevölkerung: