Exkursion zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Im Rahmen des Projekts unternahmen wir eine Exkursion in die ehemalige Staatssicherheitsuntersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen.

 

Die Gedenkstätte wurde 44 Jahre lang betrieben und informiert Besucher über DDR-Bürger, die aufgrund ihrer politischen Haltung vom Regime nicht im öffentlichen Leben geduldet wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein sowjetisches Speziallager eingerichtet, danach war es das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) übernahm Anfang 1951 das Gefängnis und nutzte es bis Ende 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt.

In der Gedenkstätte waren wir Teil einer anderthalbstündigen Führung über das Gelände, welches unter anderem über ein Kellergefängnis verfügt, dem sogenannten „U-Boot“. Dieses war zuvor ein leerstehendes Fabrikgebäude. Das „U-Boot“ erhielt seinen Namen aufgrund der fensterlosen bunkerartigen Zellen, die aufgrund von Nässe und Schimmel die Gesundheit der Insassen gefährdeten. Zu den Inhaftierten gehörten:

- NS-Verdächtige

- Menschen, die in den Westen flüchten wollten,

- politische Widersacher 

- und nicht „linientreue“ Kommunisten und sowjetische Offiziere.

Neben dem „U-Boot“ wurde uns ebenfalls der Vernehmungs- und Zellentrakt gezeigt. Diese grenzen an die sogenannte „Garagenschleuse“ an - der erste Ort, an dem die Inhaftierten das Gelände betraten. Der Personen-Transporter vom Typ „Barkas“, von außen nicht als Gefangenentransporter erkennbar, ließ den Inhaftierten vollständig im Dunkeln. Wenn die Personen dann an der Garagenschleuse ankamen, wurden sie mit grellem Licht geblendet, sodass schon der Beginn des Aufenthalts unangenehm für den Inhaftierten war.

Der Zellentrakt zeigt wie menschenunwürdig das SED-Regime mit seinen vermeintlichen Widersachern umging. Das Wachpersonal durfte immer nur mindestens zu dritt über die Flure gehen, damit ein Ausbruch der Inhaftierten unter keinen Umständen möglich war. 

"In diesem "Vernehmerzimmer" wurden nicht nur die Inhaftierten wie Marionetten des Systems behandelt, sondern auch die Vernehmer selbst.", so schätzte es unser Guide, der ebenfalls ehemaliger Inhaftierter war ein. Jedes Gespräch wurde aufgezeichnet. Für jedes Geständnis erhielt der Vernehmer eine zusätzliche Prämie, welches als besonderer Anreiz galt. Mit psychischem und physischem Druck erzwang man das, was man vom Beschuldigten über den Staat hören wollte.