Ereignisse zum „17. Juni 1953“ in der DDR

Briefmarke der Deutschen Post AG aus dem Jahre 2003, 50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953
Briefmarke der Deutschen Post AG aus dem Jahre 2003, 50. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953

Acht Jahre nach der deutschen Teilung kam es in der DDR zu einem Volksaufstand, der seine unmittelbaren Ursachen in den von der Regierung beschlossenen Erhöhungen der Arbeitsnormen hatte. Es ging den demonstrierenden Arbeitern jedoch vielerorts um sehr viel mehr als nur um die Arbeitsbedingungen. Die Transparente dieses Tages forderten freie Wahlen und bürgerliche Freiheitsrechte sowie die Freilassung politischer Gefangener. Der letzte Punkt spielte an den meisten Protestorten eine wichtige Rolle, so auch in Gommern, gingen dem Volksaufstand doch Jahre der stalinistischen Verfolgungen voraus.

Ausgangspunkt der Unruhen war Ost-Berlin. Dort legten schon am 16. Juni 1953 Arbeiter der Stalinallee ihre Arbeit nieder und demonstrierten vor dem Regierungsgebäude. Die Nachricht von den streikenden Arbeitern der Stalin-Allee verbreitete sich in Windeseile in der gesamten Republik, so dass sich auch an anderen Industriestandorten Arbeiter zusammenfanden, die sich den Demonstranten der Hauptstadt in ihren Forderungen anschlossen. Die Proteste blieben an vielen Orten nicht friedlich. Es wurden Bürgermeistereien besetzt, Dienstgebäude und Gefängnisse gestürmt. Die zuständigen Sicherheitsorgane der Volkspolizei waren überfordert, so dass vielerorts die Demonstrationen durch Streitkräfte der Roten Armee aufgelöst wurden. Die Niederschlagung des Aufstandes mit Waffengewalt kostete fast 200 Menschen das Leben, Hunderte erlitten Verletzungen. Nach dem Aufstand wurden über 6000 Menschen verhaftet, die Gerichte verhängten hohe Zuchthaus- und Gefängnisstrafen.

Die Bewertung des 17. Juni in der Erinnerungskultur der beiden deutschen Staaten fiel extrem unterschiedlich aus. War er für die Funktionsträger und Ideologen des SED-Staates der Tag eines faschistischen Putsches, so erklärten Politiker der Bundesrepublik Deutschland den 17. Juni zum "Tag der Deutschen Einheit" und erinnerten an die Opfer, die die Streikenden und Demonstrierenden an diesem Tag gebracht hatten.