Biographisches zu Eberhard Nachmann

Eindrücke über Eberhard Nachmann aus dem Nachlass von Fritz Heicke
Eindrücke über Eberhard Nachmann aus dem Nachlass von Fritz Heicke

Die Bedeutung Eberhard Nachmanns während der Ereignisse des 17. Juni 1953


Der ehemalige Bürgermeister Gommerns und Jurist in Magdeburg war an diesem Tag gerade auf dem Weg nach Hause, als die Demonstrationen in vollem Gange waren. Da er seine Frau nicht zu Hause vorfand, suchte er sie in der protestierenden Menge. Nachmann beteiligte sich spontan an der Befreiung und forderte einen Wachtmeister auf, ihm Schlüssel für Zellen mit Gefangenen zu geben. Diese Zellen waren jedoch nicht belegt und so schrieb er, laut einer Augenzeugin, Entlassungspapiere für bereits Befreite. Danach ging er ohne Vorahnung, dass er am folgenden Tag auf dem Weg zur Arbeit festgenommen werden würde, nach Hause.[1] Er wurde angeklagt „Wegen der Teilnahme an der gewaltsamen Öffnung der Zellen der Strafanstalt und der erfolgten Entlassung von Strafgefangenen“.[2] Nach dem gerichtlichen Verfahren wurde er zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, obwohl die Staatssicherheit sogar schriftlich festhielt, dass die Zellen, zu denen er einen Schlüssel hatte, nicht belegt waren und er somit die Zellen weder gewaltsam öffnete, noch daraus Gefangene freilassen konnte.[3]



[1] Ballerstedt, Maren (2009), S. 371.

[2] Heicke, Fritz: Gommern, Juni 1953 vom 19.06.1953.

[3] Ebd.